2017 Umbau Demografisches Bauen
Ein sechsgeschossiger Plattenbau der Wohnungsbaugesellschaft mbH Gardelegen wird als Modellprojekt für demografisches Bauen komplett saniert und umgebaut. Aus 72 Wohneinheiten werden 57, das Gebäude erhält Aufzüge, neue Balkone und Fenster sowie eine neue Fassade. Es wird modernen Standards entsprechen und altengerecht sein.

Projektbeschreibung
Der Wobau-Block im Wohngebiet „Schlüsselkorb“ der Hansestadt Gardelegen, Straße der Freundschaft 10-12, wurde zum Modellprojekt des Landes Sachsen-Anhalt für „demografisches Bauen”. Für die Wohnungsbaugesellschaft mbH Gardelegen ist es ein Großprojekt, für die Architekten, Planer und die Männer vom Bau eine Herausforderung. Für die Mieter wird nach Fertigstellung nichts mehr an den Typ WBS-70 des DDR-Plattenbaus erinnern. Kernpunkt ist der Anbau von Aufzügen an allen drei Eingängen. Dach, Elektrik, Rohre, Türen, Bäder, Heizungen werden erneuert, der gesamte Block wird gedämmt. Das Gebäude erhält neue Balkone, energetisch effiziente Fenster und eine neue Fassade. In den Etagen 3 bis 6 wird in die Grundrisse eingegriffen. Hier werden aus vier Wohnungen je Eingang und Etage drei bzw. in der 6. Etage sogar nur zwei Wohnungen mit je ca. 70 bis ca. 75 Quadratmetern Wohnfläche. So entstehen auf insgesamt ca. 2.750 Quadratmetern aus vorher 72 kleinen Wohnungen 57 zum Teil deutlich größere. Weniger Mieter bedeutet zudem größere Keller.

Hintergrund
Die demografischen Veränderungen in Deutschland betreffen auch Gardelegen. Bei leicht sinkenden Bevölkerungszahlen wird die Altersgruppe der über 65-Jährigen zunehmen. Manchen droht Altersarmut, zum Beispiel Rentnern mit Hartz-IV-Vergangenheit oder Beschäftigungsverhältnissen mit geringem Lohnniveau. Von den 72 Wohnungen im Sechsgeschosser ohne Aufzüge waren 57 kleine 1-Raum-Wohnungen, 15 Wohneinheiten wurden als 2-Raum-Wohnungen errichtet. Alle Wohnungen waren zum Investitionsbeginn vermietet, aufgrund des geringen Mietpreisniveaus zunehmend an Mieter mit Transferleistungen. Eine Wobau-Mieterbefragung bestätigte Erkenntnisse von großen Meinungsforschungsinstituten: Man möchte möglichst lange selbstständig in der eigenen oder gemieteten Wohnung leben, die mindestens barrierearm sein muss. Und der Wohnraum soll bezahlbar bleiben.

Die Lösung
Damit Mieten bezahlbar bleiben, hat für die Wobau die Nutzung vorhandener Bausubstanz Priorität. Sanierung geht vor Abriss und Neubau - schon aus wirtschaftlicher Sicht. Die modellhafte Projektentwicklung verwandelt den DDR-Plattenbau in ein modernes, den heutigen Standards entsprechendes Gebäude, das zusätzlich altengerecht umgestaltet wird. Die barrierearme Innenausstattung in Bad und Küche ist eine gute Voraussetzung dafür, dass Mieter so lange wie möglich in ihrer individuell gestalteten Wohnung bleiben können, auch unter Zuhilfenahme von Pflegediensten. Kernpunkt des demografischen Bauens jedoch, damit sich das Hierbleiben lohnt, ist die Umgestaltung der Treppenhäuser, die nach außen verlängert werden. Dadurch wird es möglich, den Aufzug außerhalb des alten Gebäudes zu installieren. Die Wohnungen werden nicht tangiert und der Aufzug hält auf Geschossebene.

Projektzeitraum: 2016 bis 2017

Finanzierung und Förderung
Die Investition der Wobau mbH Gardelegen in Höhe von etwa 2 Millionen Euro wird vom Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt mit 800.000 Euro gefördert. Die Co-Finanzierung der Fördermittel wurde durch die Hansestadt Gardelegen in Höhe von 267.000 Euro übernommen. Dadurch ist es möglich, die Mietpreise nach Abschluss von Umbau und Sanierung unter dem Landesdurchschnitt zu halten.

2017 Logo WOBAU Demografisches Bauen

Ansprechpartner

Wohnungsbaugesellschaft mbH Gardelegen
Geschäftsführer Herr Wolfgang Oelze
Rudolf-Breitscheid-Str. 21/ 23
39638 Gardelegen
Telefon: 03907 – 80100
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Internet: www.wobau-gardelegen.de

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